Kunstverein rückt Bertha Schilling in den Fokus

Die Unabhängige

Wolf-Dietmar Stock (von links) und Irene und Karl-Günter Hintmann hinterfragten das Leben und Schaffen der Fischerhuder Malerin Bertha Schilling. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Fischerhude (kr). Die Fischerhuder Malerin Bertha Schilling (1870 bis 1953) liebte Blumen. Ihnen widmete sie einen großen Teil ihrer Werke. Für Wolf-Dietmar Stock, Vorsitzender des Fischerhuder Kunstvereins, eine willkommene Gelegenheit die derzeitig laufende Ausstellung „Fischerhuder Malerinnen und Künstlerinnen aus Nidden“ mit einer Sonderführung zu bereichern, und ein Bild von Schilling in den Mittelpunkt der Betrachtungen zu stellen. Es titelt „Frühling an der Wümme,“ ein Werk, das durch seine leuchtenden Farben große Aufmerksamkeit bei den Besuchern erweckte.

Mit großem Fachwissen führte Stock durch die Ausstellung, die auch zahlreiche Leihgaben beinhaltet, unter anderem Exponate aus der bekannten Hintmann-Sammlung. Karl-Günter Hintmann und seine Frau Irene besitzen Kunstwerke regionaler und überregionaler Maler, die in der Regel der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Die Frühlingsausstellung jedoch bestückten sie mit Werken von Schilling und sorgten so für Hingucker, die einen ganz besonderen Reiz der Bilderschau ausmachen. Die blumigen Werke gipfelten dabei in großformatige Darstellungen von üppig blühenden Fingerhüten und natürlich durfte auch das Bild vom Blumengarten am Haus Irmintraut nicht fehlen.

„Bertha Schilling war als Malerin ungeheuer fleißig. Sie liebte die Motive der weiten Wümmeniederung, dörfliche Szenen, Spiegelungen im Wasser und die Wiedergabe von Gärten, wie sie im dörflichen Gefüge zu ihrer Zeit üblich waren“, so Stock. Schilling schwelgte dann in Farben, es habe nicht üppig genug sein können, hieß es weiter.

Bereits im Jahre 1911 kam die in Arnsberg im Sauerland geborene Fabrikantentochter von Siegen nach Fischerhude. Mehr als die Hälfte ihres Lebens verbrachte sie an der Wümme, widmete sich aber in Sommerurlauben gerne der Malerei an der Ostsee in Nidden und auf Hiddensee. Dort entstanden maritime Werke von einsamer Romantik, wobei sie die Faszination von Stränden, Wasser, Wind und Wellen einfing und mit Pinsel und Palette umsetzte.

„Schilling war eine emanzipierte Frau. Ihre finanzielle Unabhängigkeit durch ihr Elternhaus machte es ihr möglich. Ein Privileg, das nicht allen Künstlerinnen der damaligen Zeit zugänglich war, das ihre Entwicklung aber überaus positiv beeinflusste“, erfuhren die Besucher der Führung. Alleinstehend, aber sehr selbstbewusst habe sie sich vom Erbe ihres Vaters ein Haus im Ortskern von Fischerhude gekauft, in dem sie bis zu ihrem Tod 1953 lebte.

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