Rotenburger Schulen fördern begabte Schüler

Den Wissenshunger stillen

Begeistert von der Phänomenta zeigten sich Bürgermeister Andreas Weber (von links), Marc Puschmann, Leiter der Schule am Grafel, Schulleiterin der Kantor-Helmke-Schule, Catrin Cramme, Dezernentin Evelyn Dorweiler und IGS-Schulleiter Sven Thiemer. Fotos: Dennis Bartz
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Rotenburg. „Wir wollen etwas für die Kinder tun, die mehr Wissenshunger haben als andere“, erklärte Schulleiterin Susanne Enders bei der Präsentation des Begabtenverbunds zwischen den drei Rotenburger Grundschulen, der IGS und dem Ratsgymnasium in der Aula der Stadtschule.

Iris Rehder vom Ratsgymnasium ergänzte: „Die Schüler stehen mit ihrem individuellen Bedarf im Mittelpunkt – und das können wir nur leisten, wenn wir als Schulen gut zusammenarbeiten.“ Bereits jetzt, so fügte Enders hinzu, besuchten drei Grundschüler der Stadtschule die AG „Mathematische Knobeleien“ am Ratsgymnasium. Künftig sollen diesem Beispiel folgend noch mehr Arbeitsgemeinschaften schulübergreifend geöffnet werden. Ein Teil dieser Begabtenförderung ist aber auch das Zeitungsprojekt der Rotenburger Rundschau in Kooperation mit der IGS und dem Gymnasium. Schüler mit besonderer Begabung im Schreiben und Fotografieren verfassen im Rahmen einer Zeitungs-AG Artikel für die Jugendseite „Tomorrow“, die in bislang drei Ausgaben erschienen ist.

Rüdiger Kutz (IGS) und Meike Mattick (Ratsgymnasium) erarbeiten mit den Schülern dafür die wichtigsten Grundregeln des Journalismus. Redakteure der Rundschau begleiten die 20 Jungen und Mädchen bei der Themenfindung, geben ihnen Tipps und übernehmen die Gestaltung der Seiten. Die gemeinsame Redaktionskonferenz, in der die Schüler mögliche Themen vorschlagen, spielt dabei eine elementare Rolle. „Derzeit arbeiten die Schüler bereits an der nächsten Ausgabe, die noch vor Weihnachten erscheinen soll“, so Kutz.

Oberklassenschüler des Ratsgymnasiums haben zudem die Miniphänomenta entwickelt, die zunächst in der Stadtschule aufgebaut ist und künftig als Wanderausstellung von Schülern der Kooperationsschulen genutzt werden soll. Die zehn Experimentierstationen hatte Fachobmann Burkhardt Boehk mit 18 Schülern des zwölften Jahrgangs im Seminarfach Physik entwickelt. Die Idee zur Miniphänomenta stamme von der Universität Flensburg und werde von der Nordmetall-Stiftung unterstützt, betonte Boehk. Ähnlich wie etwa im Universum in Bremen und im Wolfsburger Phaeno entdecken die Schüler physikalische Phänomene. „Wir geben dazu ganz bewusst keine Erklärungen.“

Die zuständige Schuldezernentin Evelyn Dorweiler warnte davor, Hochbegabung nur am IQ festzumachen. Die Entwicklung der Schüler sowie ihre Persönlichkeitsmerkmale müssten dafür ebenfalls berücksichtigt werden. Sie zitierte dazu die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt, die gesagt hatte: „Wichtig ist es, persönliche Begabungen frühzeitig zu erkennen, zu verstehen, individuell zu fördern und umfassend zu entwickeln.“ Wichtig dafür sei ein angenehmes Lernumfeld für Schüler und motivierte Lehrer, die Zeit zum Fördern haben.

Bürgermeister Andreas Weber betonte, er sei sicher, dass von der Kooperation alle profitieren werden. Er selbst sei Schüler der Stadtschule sowie des Ratsgymnasiums gewesen: „Ich hätte mir damals als Schüler gewünscht, dass die beiden Schulen eng zusammenarbeiten, damit die räumliche sowie persönliche Entfernung nicht so groß ist und die Schüler keine Angst vor dem Schulwechsel haben.“ Auch für die Oberstufenschüler könne es zudem ein Riesengewinn sein, mit Kleineren zusammenzuarbeiten: „Die Erfahrung habe ich selbst gemacht. Wenn ich jemandem etwas beibringe, habe ich dabei selbst immer viel nachhaltiger gelernt.“

Der Begabtenverbund soll weiter wachsen, betonte Enders abschließend: „Wir wollen auch die Kindertagesstätten mit hineinbringen.“

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