Luca Netz ist beim 3:1-Sieg von Borussia Mönchengladbach gegen Erzgebirge Aue etwas Seltenes gelungen. Darauf will der Linksverteidiger aufbauen.
Mönchengladbach – Der Sommer 2023 markiert ein wichtiges Kapitel in der noch jungen Karriere von Luca Netz. Der 21-jährige Linksverteidiger war in der Saison 2022/23 unter Daniel Farke nur die Nummer zwei und chancenlos gegen Konkurrent Ramy Bensebaini. Im Anschluss verließen Farke und Bensebaini den Verein und mit Gerardo Seoane kam ein Trainer, der sich der Entwicklung junger Spieler verschrieben hat.
Wie Netz beim Gladbach-Sieg auftrumpfen konnte
Netz erhielt das Vertrauen vom Trainerstab sowie der sportlichen Leitung und absolvierte in der vergangenen Saison 30 Bundesligaspiele für Borussia Mönchengladbach - so viele wie noch nie. In seinem nunmehr vierten Jahr am Niederrhein will der gebürtige Berliner an dieser Bilanz anknüpfen, sich endgültig festbeißen und vor allem weitere Entwicklungsschritte machen.
Das gilt in erster Linie für den Offensivbereich, um den sich Netz bevorzugt kümmert. Solange Alassane Pléa nominell als linker Flügelspieler agiert und dabei weiterhin ins Zentrum einrückt, liegt es am Linksverteidiger, den Raum in der Breite zu besetzen. Im DFB-Pokal-Spiel gegen Erzgebirge Aue (3:1) bot Netz dahingehend eine auffällige Leistung und belohnte sich mit seinem dritten Pflichtspieltor für Gladbach.
Mit zusätzlich 14 Assists hat Netz in 83 Pflichtspielen für die Fohlen-Elf 17 Scorerpunkte geliefert. Eine Ausbeute, die ihn unzufrieden stellt. „Bei den Toren und Assists will ich was draufpacken“, zitiert der kicker den hungrigen Youngster, der betont: „Ich will wesentlich besser sein als letzte Saison, das ist klar.“
Netz sendet gegen Aue ein erstes Signal
Auf das erste Ausrufezeichen von Netz folgte eine positive Rückmeldung von Trainer Seoane. „Er hatte insgesamt eine positive Vorbereitung und hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, resümierte der Schweizer und führte aus, Netz bot „gute Lösungen und ist öfter auch in die Flankensituationen gekommen, hat viele Zweikämpfe gewonnen.“
Der 21-Jährige hat mit der Leistung gegen Aue seinen persönlichen Maßstab für diese Saison gelegt. „Diese Leistung gilt es jetzt zu bestätigen“, betonte Seoane, „und an dem einen oder anderen noch zu arbeiten.“
Wo Netz weiteres Entwicklungspotenzial hat
Das Entwicklungspotenzial beschränkt Seoane mutmaßlich nicht nur auf das Offensivspiel von Netz, sondern auch auf das Abwehrverhalten. In dem zurückliegenden Jahr machte der Linksverteidiger erste Schritte, noch fehlt aber die Balance in seinem Spiel. Das wurde etwa beim frühen Rückstand durch Mika Clausen in der achten Minute deutlich.
„Ich muss mich für einen Gegenspieler entscheiden. Ich stand ein bisschen in der Mitte und habe mich für keinen entschieden, aber das passiert“, analysierte Netz gemäß der Rheinischen Post seine mangelnde Entscheidungsfindung in der letzten Reihe.
Sport-Geschäftsführer Roland Virkus sprach insgesamt aber von einem Schritt in die richtige Richtung: „Wenn du mit vier Leuten auf einer Linie hinten stehst, musst du gut verteidigen. Das hat Luca sehr gut gemacht, da muss man diszipliniert sein.“ Den eingeschlagenen Weg soll Netz weitergehen, um künftig als kompletter Außenverteidiger zu agieren - und damit langfristig die erhofften Werte zu schaffen, von denen Borussia finanziell profitieren will.