Auch Monate nach dem Viertelfinal-Aus bei der Europameisterschaft ist Toni Kroos fest davon überzeugt: Deutschland hätte den Titel gewinnen können.
München – Im März feierte Toni Kroos sein Comeback in der Nationalmannschaft. Dabei war der langjährige Mittelfeldstratege von Real Madrid eigentlich nach der Europameisterschaft im Sommer 2021 beim DFB zurückgetreten. Doch mit der Aussicht auf die Europameisterschaft im eigenen Land kehrte der 34-Jährige zurück.
Kroos spricht über Comeback in der Nationalmannschaft
„Ich habe schon im März, als ich bei den Länderspielen gegen Frankreich und die Niederlande wieder dabei war, gespürt, dass mein Name mit einer gewissen Hoffnung verbunden war“, sagt Kroos nun in einem Interview mit dem Magazin Sports Illustrated anlässlich seiner Auszeichnung zur „Sportsperson of the Year“.
Kroos weiter: „Je näher das Turnier rückte, desto mehr habe ich registriert, dass sich Begeisterung bei den Fans und im Land ausbreitet. Es war schön, diese Zuneigung, die ich in Spanien schon etwas länger hatte, auch in Deutschland zu spüren.“ Nach einigen erfolglosen Jahren kam die Euphorie rund um die Nationalmannschaft zurück – auch dank Kroos.
Im Mai verkündete der Weltmeister von 2014, nach der EM seine Karriere als Profi komplett zu beenden. Seine Laufbahn, die er bei Real Madrid mit dem Gewinn der spanischen Meisterschaft und seinem persönlichen bereits sechsten Champions-League-Titel krönte, wollte er am liebsten mit dem EM-Pokal veredeln.
Bitteres Aus im EM-Viertelfinale gegen Spanien
Doch Kroos‘ Karriere endete im Viertelfinale gegen Spanien. Dabei verwehrte Schiedsrichter Anthony Taylor dem DFB-Team in der Nachspielzeit beim Stand von 1:1 nach einem Handspiel von Spaniens Marc Cucurella zu Unrecht ein Strafstoß, die UEFA gestand Monate später einen Fehler ein; kurz vor Spielende kassierte die Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann den entscheidenden Gegentreffer zum 1:2-Endstand.
„In diesem Moment habe ich überhaupt nicht an mein Karriereende gedacht. Das Spiel auf so eine Art und Weise zu verlieren, war einfach bitter“, konstatiert Kroos. „Wir alle hatten das Gefühl, dass wir dieses Turnier gewinnen können. Dementsprechend sah es in der Kabine aus.“ Das Aus bei der EM, die damit verpasste Titelchance und sein Karriereende musste er im Anschluss erst einmal verarbeiten. „Das hat bei mir in den folgenden Tagen eine Leere hinterlassen“, gibt Kroos zu.