Manifestiert Gladbach eine unvorhergesehene Stärke?

Borussia Mönchengladbach hat in der vergangenen Saison eine neue Stärke entwickelt. Bauen die Fohlen die Quote in der anstehenden Spielzeit aus?

Rottach-Egern/Mönchengladbach – In der so erfolgreichen Periode zwischen 2011 und 2021 war Borussia Mönchengladbach allen voran dafür bekannt, über ansehnliche Kombinationen und blitzschnelle Konter zum Torerfolg zu gelangen. Unter Gerardo Seoane stellten die Fohlen in der vergangenen Saison hingegen eine neue Qualität unter Beweis.

Kopfbälle werden zur Gladbacher Stärke

Gladbach entwickelte eine Stärke bei Flanken und Standardsituationen. Mit 40 Kopfbällen aufs Tor und 14 erzielten Kopfballtoren avancierte die Seoane-Elf zu einem der besten Bundesligisten in dieser Disziplin, nur der FC Bayern (52 Kopfbälle aufs Tor, 19 Kopfballtore) war noch gefährlicher.

Allen voran bei Standardsituationen war Borussia gefährlich, weshalb mit Ko Itakura und Nico Elvedi zwei Innenverteidiger die meisten Kopfbälle aufs Tor abgaben (beide sechs). Mit zwei Treffern zählte Itakura zu den torgefährlichsten Kopfballspielern der Borussia, der Japaner teilte sich den Spitzenplatz mit Alassane Pléa, Robin Hack sowie den beiden Ex-Leihspielern Maximilian Wöber und Jordan.

Honorat will Verbindung zu Kleindienst schaffen

Mitverantwortlich für die Torgefahr nach langen und ruhenden Bällen war Franck Honorat. Der Flügelspieler, der in der neuen Spielzeit seinen „Killerinstinkt“ wieder unter Beweis stellen will, lieferte gleich 86 erfolgreiche Flanken und Eckstöße, sammelte fünf Torvorlagen aus dem Spiel heraus und vier Assists nach ruhenden Bällen.

Der 27-Jährige entfacht mit seinem rechten Fuß mächtig Gefahr und weiß genau, welche Aufgabe künftig auf ihn wartet. Es sei sein Ziel, Neuzugang Tim Kleindienst mit Bällen zu füttern, erklärte Honorat am Sonntag am Rande des Trainingslagers in Rottach-Egern. Der 1,94 Meter lange Stürmer soll sowohl bei eigenen als auch bei gegnerischen Eckstößen eine wichtige Rolle einnehmen, gilt im Spiel außerdem als Pressingantreiber und Zielspieler für die Mannschaftskollegen.

In der vergangenen Saison gab Kleindienst elf Kopfbälle aufs Tor ab und erzielte drei seiner zwölf Bundesligatore für den 1. FC Heidenheim per Kopf. Der 28-Jährige kennt bereits das Zusammenspiel mit einem starken Vorlagengeber und konnte in Heidenheim auf Jan-Niklas Beste vertrauen, der nach acht Toren und dreizehn Vorlagen zu Benfica gewechselt ist.

Wer verleiht Gladbach noch mehr Torgefahr?

Allerdings ist nicht nur Kleindienst in der Spitze gefordert. Es liegt auch an Tomáš Čvančara, Honorats Stärke zu nutzen und häufiger per Kopf zum Torerfolg zu kommen. Der 1,90 Meter lange Tscheche war in der vergangenen Saison keinmal auf diese Weise erfolgreich, erzielte ohnehin nur vier Tore in einem mit vielen Verletzungen verbundenen Jahr. Abzuwarten bleibt, auf welcher Position Čvančara eingesetzt wird, da er auch auf die Außenbahn ausweichen kann. In der Spitze wird er allerdings ebenso wie Kleindienst als Zielspieler gefordert sein.

Mit Blick auf die langfristige Perspektive ist Shio Fukuda die dritte Gladbacher Kopfballhoffnung. Der 20-jährige Japaner wurde zu Jahresbeginn von der U23 zu den Profis hochgezogen, verfügt trotz seiner Körperlänge von 1,78 Metern über große Sprungkraft und Kopfballstärke. Bei einer Übung am Sonntag netzte Fukuda fast jede Flanke ein, ließ sich auch von simuliertem Gegnerdruck nicht davon abbringen, seine Qualitäten unter Beweis zu stellen.

„Er ist ein echt guter Junge“, sagte Sport-Geschäftsführer Roland Virkus am Montag über Fukuda, der vergangene Saison in 21 Regionalligaspielen sieben Tore erzielt und vier Treffer vorbereitet hat. „Er arbeitet immens viel für die Truppe, er hat sehr gute Laufwege, arbeitet gut mit dem Körper, obwohl er nicht groß ist. Er hat einen sehr guten Abschluss, wenn er in der Box ist.“ Noch habe der Youngster, der fünfmal in der Bundesliga zum Zug kam, „ein paar Dinge zu lernen“, weshalb der Klub ihm „nicht zu viel aufbürden“ werde. Doch vielleicht wird Fukuda schon in dieser Saison dazu beitragen, die Gladbacher Kopfballstärke zu manifestieren.

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