Ein ursprünglicher Königstransfer von Borussia Mönchengladbach steht wohl vor dem Abgang. Den Fohlen droht ein Transferminus.
Mönchengladbach – Die Transferbilanz von Roland Virkus fällt insgesamt positiv aus. Dennoch muss sich der Sport-Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach einen missglückten Griff ankreiden lassen.
Gladbachs Königstransfer wird zum Millionengrab
Tomáš Čvančara hat es abermals verpasst, Argumente für weitere Startelfeinsätze zu sammeln. Der Stürmer überzeugte gegen RB Leipzig (1:0) zwar im Spiel gegen den Ball, blieb in eigenen Angriffen aber blass. Als Stellvertreter von Tim Kleindienst gewann er kaum Kopfballduelle, wusste sich überhaupt nur selten gegen seine Gegenspieler zu behaupten und ließ mehrere technische Fehler mit dem Ball am Fuß zu.
Wie die Bild-Zeitung berichtet, sei ein Abschied des Tschechen „nahezu sicher“. Im Raum stehe sowohl eine Leihe als auch ein Verkauf ab einer Ablösesumme von über fünf Millionen Euro – womit Borussia nur noch die Hälfte dessen einnähme, was im Sommer 2023 an Sparta Prag überwiesen wurde.
Čvančara traf erst an vier Bundesliga-Spieltagen
Mit Čvančara hat sich Gladbach ungewollt ein Millionengrab geschaufelt. Der Angreifer ist in der Liste der teuersten Neuzugänge auf Platz neun, war kostspieliger als Marcus Thuram (neun Millionen Euro), Franck Honorat (acht Millionen Euro), Julian Weigl (7,1 Millionen Euro) oder Tim Kleindienst (sieben Millionen Euro).
In der Vorbereitung der Saison 2023/23 ließ Čvančara sein Potenzial bei einem Turnier in Heimstetten aufblitzen, beim Bundesliga-Debüt gegen den FC Augsburg am 19. August 2023 gelang ihm gleich ein Doppelpack.
Seither traf der 24-Jährige nur noch am 17. März 2023 gegen Darmstadt 98, am 10. November 2023 gegen den VfL Wolfsburg und am 28. September 2024 gegen Union Berlin. Dabei formulierte Virkus schon zum Ende der vergangenen Saison die Erwartungshaltung, Čvančara sei „mit seinen Qualitäten ein Stürmer, der zweistellig treffen muss, wenn er gesund bleibt“.
Čvančara-Abgang wirkt unausweichlich
War das schwache erste Jahr noch auf seine vielen Verletzungen zurückzuführen, so hat sich Čvančara in dieser Saison zu einem Spieler entwickelt, der in der Stammelf schlicht keinen Platz hat.
In der Sturmspitze hat Kleindienst die Nase vorn, dort fühlt sich der Tscheche ohnehin nicht so wohl. Auf der rechten Außenbahn sind allerdings Franck Honorat und Nathan Ngoumou gesetzt – und links führt kein Weg an Robin Hack vorbei.
Gelingt der Einzug in den Europapokal, braucht Gladbach weitere Ergänzungen im Kader. Čvančara aber rein aufgrund der Dreifachbelastung zu halten, erscheint gegenwärtig falsch.
Auf dem Rasen liefert er zu wenige Argumente für weitere Einsätze, angesichts von fünf Startelfnominierungen und 588 Spielminuten ist er mehr Notnagel als eine zuverlässige Alternative. Einen Schlussstrich zu ziehen, wirkt für beide Parteien sinnhaft. Bisher ist der einstige Königstransfer ein Missverständnis, das sich Gladbach nicht auf Dauer leisten kann.