Setzt Gladbach-Coach Seoane gegen Augsburg das nächste Statement?

Für Borussia Mönchengladbach steht gegen den FC Augsburg ein besonderes Spiel an. Die Fohlen wollen eine offene Rechnung begleichen.

Mönchengladbach – Blickt man auf die bisherige Saison 2024/25 von Borussia Mönchengladbach zurück, lassen sich zwei frühe Tiefpunkte ausmachen, in denen im Fan-Umfeld große Zweifel an einer Zukunft mit Gerardo Seoane geherrscht haben.

Augsburg verpasste Gladbach einen Denkzettel

Noch vor dem Pokal-Aus gegen Eintracht Frankfurt – trotz 75-minütiger Überzahl – am 30. Oktober 2024 versetzte der FC Augsburg den Fohlen am 4. Oktober einen Schlag. Gladbach verlor nach einer schwachen Leistung mit 1:2, zum damaligen Zeitpunkt hatten nur wenige Anhänger Hoffnung auf den später erfolgten Turnaround.

Trotz der vorherigen Siege gegen den VfL Bochum und Union Berlin war es Borussia wieder nicht gelungen, einem robusten Gegner die Stirn zu bieten. Seoane stand bei 40 Punkten in 40 Bundesligaspielen, der Hoffnungsträger verkam auf der Fantribüne zum Sündenbock. In der Folge hagelte es Pfiffe gegen die Mannschaft und ihren Trainer, weil die 2021/22 eingetretene Negativentwicklung kein Ende zu nehmen schien.

Innerhalb des Klubs herrschten jedoch keine Zweifel daran, den Weg mit Seoane fortsetzen zu wollen. Schon auf der Mitgliederversammlung im April 2024 hielt Sport-Geschäftsführer Roland Virkus eine Brandrede für den Coach, beide wähnten sich trotz der Niederlagen in Augsburg und Frankfurt auf dem richtigen Weg.

Virkus über Hinspiel-Pleute: „Dachten, wir wären weiter“

„Wir waren damals schon auf einem Weg, bei dem wir sagen, es geht in die richtige Richtung“, blickte Virkus am Donnerstag auf das Hinspiel in Augsburg zurück. „Es war ein Spiel, das anders geartet war gegen einen körperlich robusten Gegner, der sehr tief gestanden hat und im Umschalten stark war. Wir dachten, wir wären weiter, und wir haben dumme Gegentore kassiert.“

Auch Seoane betonte auf der Spieltagspressekonferenz die starke Physis der Augsburger, die angesichts von zwei Gegentoren im bisherigen Rückrundenverlauf nur wenige Chancen für den Gegner zulassen. Schon im Hinspiel habe der Ballbesitz kaum Früchte getragen, außerdem „haben wir damals ein bisschen die notwendige Aggressivität vermissen lassen, um diese Aufgabe anzunehmen“, analysierte er.

Seoane zahlt das Vertrauen zurück

Nach dem Schlusspfiff in Augsburg war von einem Ultimatum für Seoane berichtet worden, spätestens nach dem Pokal-Aus in Frankfurt war der Druck auf den Schweizer enorm. Das Vertrauen der Klub-Bosse zahlte sich jedoch ebenso aus wie Seoanes Durchhaltevermögen.

Seit dem 7. Bundesliga-Spieltag hat Gladbach 28 Punkte gesammelt, mehr verbuchen nur Frankfurt (29), Bayer Leverkusen (36) und der FC Bayern (41). Statt erneut in der unteren Tabellenhälfte zu verweilen, hat Borussia die Chance, im Mai um einen Europapokalplatz zu spielen – und sie schafft es, die großen Klubs zu ärgern. Am 20. Spieltag ließ Gladbach mit einem 2:1-Sieg beim VfB Stuttgart aufhorchen, eine Woche später folgte ein Remis gegen die Eintracht (1:1).

Die im Sommer angestoßenen Veränderungen tragen Früchte. Tim Kleindienst, Kevin Stöger und Philipp Sander nehmen wichtige Rollen im Mannschaftsgefüge ein, mit Sportkoordinator David Zibung errichtete Borussia außerdem eine Wagenburg, die Seoane zum Erfolg verhelfen sollte.

Borussia zeigt ein neues Gesicht

Der Trainer und sein Team haben im Sommer viele Veränderungen vorgenommen und auf die Rückschläge im Oktober reagiert. Die Handschrift wird immer sichtbarer, Gladbach spielt flexibler, robuster – und erfolgreicher.

„Es haben sich Laufwege eingespielt, Mechanismen gebildet und Paare gefunden“, lobte Virkus das neue Zusammenspiel, während Seoane betonte: „Wir machen die Räume eng, haben uns im Zweikampfverhalten, in der Robustheit und in der Aggressivität verbessert. Das Verteidigen fängt vorne an, wir arbeiten gut auf den Flügeln nach hinten und haben die Möglichkeit, schnell umzuschalten. Im Ballbesitz haben wir uns auch gewisse Lösungen und Variabilität angeeignet.“

Seoane hat den Kraftakt in Gladbach gemeistert

War Gladbach 2023/24 noch in einer Negativspirale, so schaukelt sich die Mannschaft in der laufenden Spielzeit sukzessive hoch. „Du bist mutiger, weil du weißt, dass die Balance zwischen Defensive und Offensive besser ist. Dadurch traust du dich mehr, dann kommen Ergebnisse zustande und damit wächst das Selbstvertrauen“, fasste Virkus das Erfolgsrezept zusammen.

Bei allem Selbstvertrauen und aller Zuversicht ist es aber auch eine große Portion Demut, die Borussia im Frühjahr 2025 auszeichnet.

„Wir wissen, wo wir herkommen und wie viel wir investiert haben, um eine gewisse Stabilität hinzubekommen“, blickte Seoane auf den Kraftakt zurück. „In den letzten Spielen waren die Resultate sehr knapp, das Momentum im Spiel lag oft bei uns. Von unserer Seite gibt es nicht die geringste Begründung, an irgendeiner Stelle nachzulassen. Es ist in der Bundesliga sehr eng, die Spiele waren immer auf Messers Schneide.“

Das wird gegen Augsburg erneut der Fall sein – doch Gladbach kann mittlerweile auch solche Spiele gewinnen. Gelingt die Revanche, setzt Seoane das nächste Ausrufezeichen.

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