Last-Minute-Transfer: Eintracht-Boss gibt Einblicke

In der allerletzten Minute hat Eintracht Frankfurt am Deadline Day Michy Batshuayi verpflichtet. Sportvorstand Markus Krösche reflektiert die Geschehnisse.

Frankfurt – Eigentlich hatte Markus Krösche eine ruhige Wintertransferperiode geplant. Der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt betonte stets, der Kader bis zum Sommer zusammenhalten zu wollen. Was dabei herauskam? Ein Thriller am Deadline Day am vergangenen Montag! Michy Batshuayi wurde auf den letzten Drücker verpflichtet. Der Belgier kam von Galatasaray Istanbul, unterschrieb für zweieinhalb Jahre bis 2027 und kann im Gesamtpaket bis zu 3,5 Millionen Euro kosten.

So heiß hat Eintracht am Batshuayi-Deal gestrickt

Wie heiß an diesem Deal gestrickt wurde, zeigte das am Montagabend um 21.30 Uhr veröffentlichte Video mit einer Fotomontage des Stürmers. Kein Vorstellungsinterview, keine O-Töne des Profis in der Pressemitteilung, kein Foto von der Ankunft am Airport. Das alles wurde erst nach der Landung ganz in Ruhe am Dienstag nachgeholt. Die Wasserstandsmeldungen um diesen Transfer wechselten am Montagabend daher auch im Minutentakt. Erst gegen 21 Uhr bahnte sich an, dass bald schon „weißer Rauch“ aufsteigen wird.

Die Faxgeräte funktionierten glücklicherweise, auch die Internet- und Telefonleitung brach nicht zusammen. Man wünscht sich eine kleine Dokumentation über diesen Deal. Krösche gab erste Einblicke im Gespräch mit Eintracht TV: „Es war so, dass wir Richtung 16 Uhr plötzlich eine Annäherung mit Galatasaray hatten und es realistisch schien, den Transfer machen zu können.“ Die Tür hatte sich also ganz spät noch geöffnet für die Hessen.

Krösche freut sich über einen „Last-Minute-Deal“

Und das hektische Treiben in den Heiligen Hallen des Klubs nahm nach diesem Startschuss sofort an Fahrt auf. Nebenbuhler Real Betis war abgeschüttelt und es musste jeder Schritt passen. Batshuayi stand am Montagabend (18 Uhr) nicht mehr im Kader der Istanbuler. Stattdessen wurde mit heißer Nadel gestrickt, es soll nach Informationen von fussball.news zu epischen Sprintszenen im Campus der Hessen gekommen sein.

„Wir mussten schnell alle Papiere zusammengetragen. Es war ein Last-Minute-Deal, wie man ihn sich vorstellt“, sagte Krösche. Wenige Sekunden vor dem Ablauf der Zeit um 20 Uhr waren alle Dokumente hochgeladen im TOR-System der DFL. Welch ein Husarenritt, nachdem Galatasaray die Tage zuvor in Sachen Ablöse noch Forderungen im Bereich der Acht-Millionen-Euro-Marke gestellt hatte. Der Poker ging aber weiter und Krösche hatte sein Ass im Ärmel.

Wahi noch nicht fit und dann verletzt sich Matanovic

Die Notwendigkeit dieses Transfers erhöhte sich erst, sehr kurzfristig, am Wochenende zuvor. Hoffnungsträger und 25-Millionen-Euro-Mann Elye Wahi war noch nicht bereit für das Duell am Sonntagnachmittag gegen den VfL Wolfsburg (1:1). Der Franzose ist das elementare Teilchen bei dem Vorhaben, die durch den Abgang von Omar Marmoush zu Manchester City gerissene Lücke zu schließen. Doch noch ist unklar, wie schnell der 22-Jährige tatsächlich helfen kann.

Die Fußverletzung von Igor Matanovic war zudem eine Hiobsbotschaft. Der potenzielle Angreifer Nummer drei wird der Eintracht „bis auf Weiteres“ fehlen. Auch wenn seine Entwicklung zuletzt stagnierte, gab die Eintracht Matanovic noch nicht auf. Aber es zwang die Verantwortlichen, noch einmal zu handeln. Denn die Leistungskurve zeigte in der dritten Englischen Woche nacheinander insgesamt nach unten, es fehlte bei allem vorhandenen Talent a) die Durchschlagskraft im Spiel nach vorne und b) die Option, einen Vollblutstürmer hereinzuwerfen.

Eintracht wollte kein Risiko eingehen

Angesichts dieser Punkte wäre es riskant gewesen, den Endspurt ohne neuen Angreifer zu bestreiten. Krösche betonte, warum die Wahl auf Batshuayi fiel: „Er hat viel Erfahrung, auch auf der internationalen Bühne. Michy ist ein robuster Spielertyp, mit einer guten Geschwindigkeit, einer hohen Boxpräsenz und einem guten Abschluss. Das benötigen wir, um eine gewisse Variabilität und Flexibilität in der Offensive zu haben.“

Ein Vorteil des 56-fachen belgischen Nationalspielers: Er kennt die Bundesliga aus einem Leih-Halbjahr bei Borussia Dortmund in der Rückrunde der Saison 2018/19. Seine Gesamtquote zeigt außerdem seine Torgefährlichkeit: 495 Pflichtspiele, 193 Treffer, 45 Assists. Batshuayi hat also alle 115 Minuten einen Scorer gesammelt – stark. Er hat mit Arthur Theate einen Landsmann und Freund zur besseren Integration an seiner Seite. Und: Batshuayi ist körperlich fit und sollte Soforthilfe sein.

Toppmöller hatte den Druck erhöht - und Krösche geliefert

Trainer Dino Toppmöller, der am Sonntagabend auf der Pressekonferenz auf fussball.news-Nachfrage den Druck auf Krösche erhöht hatte, kann zufrieden sein. Die Eintracht ist für das Rennen um die Top 4 in der Bundesliga und den Titel in der Europa League nun für alle Situationen gerüstet. Toppmöller kann variabel und zukünftig wieder mit Doppelspitze agieren. Marmoush lässt sich natürlich nicht eins zu eins ersetzen. Doch Sportvorstand Krösche hat seinem Trainer sportliche Fähigkeiten zur Verfügung gestellt, mit denen sich die bisher erfolgreich verlaufende Saison fortsetzen lässt.

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